Arbeitsgemeinschaft zum 1.1.2026 gestartet
Evangelische Kirche in den Auen
Was ist das eigentlich?
Ein Nachbarschaftsraum (NBR) ist eine neue Organisationsform mehrerer benachbarter Kirchengemeinden innerhalb der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Im neu gegründeten Raum sind die einzelnen Kirchengemeinden auf engere Zusammenarbeit angewiesen. Diese Kooperation ermöglicht eine Vernetzung und eine sinnvolle Aufgabenverteilung, die sich an den örtlichen Gegebenheiten orientiert. Ziel der Nachbarschaftsräume ist es, Ressourcen effizienter zu nutzen und gleichzeitig sicherzustellen, dass kirchliches Leben auch bei sinkenden finanziellen Mitteln weiterhin vor Ort erlebbar bleibt.
Warum gibt es Nachbarschaftsräume?
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) steht seit Jahren vor großen Herausforderungen: Immer weniger Menschen gehören der Kirche an, Pfarrstellen werden abgebaut und auch die finanziellen Mittel nehmen ab. Um unter diesen veränderten Bedingungen kirchliches Leben weiterhin aktiv, kreativ und zukunftsfähig zu gestalten, wurde der Reformprozess „EKHN 2030“ ins Leben gerufen. Ein zentraler Baustein dieses Prozesses ist die Bildung von Nachbarschaftsräumen. Durch diese Zusammenarbeit können Gemeinden ihre Kräfte bündeln, sich gegenseitig unterstützen und Angebote erhalten oder neu entwickeln, die sie allein nicht mehr leisten könnten. So bleibt Kirche auch in Zukunft vor Ort erlebbar.
Was ist das eigentlich?
Seit Ende 2024 gibt es nun den Nachbarschaftsraum „Evangelische Kirche in den Auen”. Dieser beinhaltet die Kirchengemeinden Echzell, Bisses, Bingenheim, Gettenau, Leidhecken, Dauernheim, Blofeld, Ranstadt mit Bellmuth und Mockstadt. Ab dem 01.01.2026 arbeiten diese Gemeinden in einer sogenannten Arbeitsgemeinschaft zusammen. Der Nachbarschaftsraum Evangelische Kirche in den Auen ist Teil des Dekanats Büdinger Land, welches in sechs weitere Nachbarschaftsräume aufgeteilt ist. Begleitet wird die Evangelische Kirche in den Auen durch das fünfköpfige Verkündigungsteam, zu dem Pfarrer i.R. Rainer Böhm, Pfarrer David Jumel, Pfarrerin Sonja Sternberger, Pfarrer Leroy Pfannkuchen und Gemeindepädagogin Anna Lena Fleeth gehören.
Was heißt das für uns als Gemeinden?
1. Gottesdienste
- Gottesdienste werden aufeinander abgestimmt, sodass nicht gleichzeitig mehrere in unmittelbarer Nähe stattfinden.
- Pfarrpersonen, Kirchenmusiker oder Lektoren und Prädikanten sind im gesamten Nachbarschaftsraum eingesetzt.
- Dies ermöglicht mehr Vielfalt und neue Gottesdienstformen.
- In der Evangelischen Kirche in den Auen gibt es seit dem 01.012025 pro Region jeweils zwei morgendliche Gottesdienste und einen Abendgottesdienst, bzw. eine Andacht, die abwechselnd in den verschiedenen Gemeinden stattfinden.
2.Gruppen und Kreise
- Bewährte Gruppen und Kreise können weiterhin in ihren Gemeinden bestehen bleiben.
- Zusätzlich können Angebote wie Seniorentreffs, Jugendgruppen oder Bibelkreise auf Nachbarschaftsraum-Ebene organisiert werden. Gemeindeglieder können aus einer großen Vielfalt von Angeboten wählen.
- Dies ermöglicht die effektivere Nutzung von Ressourcen wie Gebäuden oder Personal.
3. Verwaltung
- Die Verwaltung des Nachbarschaftsraums wird zusammengeführt und vom gemeinsamen Büro aus Gettenau organisiert
- Sie übernimmt Aufgaben nicht mehr nur für die einzelnen Gemeinden, sondern für den gesamten Nachbarschaftsraum.
Was habe ich damit zu tun?
Unsere Gemeinden leben davon, dass sich Menschen mit ihren Ideen, ihrer Zeit und ihrem Herzen einbringen. Besonders jetzt, wo sich vieles verändert ist es wichtig, Gottesdienste und Veranstaltungen nicht mehr wöchentlich in jedem einzelnen Ort stattfinden zu lassen. Für Sie als Gemeindeglied heißt das: Machen Sie sich auf den Weg, entdecken Sie neue Orte und lernen Sie bei neuen vielfältigen Veranstaltungen im Nachbarschaftsraum andere Menschen kennen. Unsere Kirche bleibt nur dann lebendig, wenn wir gemeinsam an ihr mitbauen. Offenheit, die Bereitschaft aufeinander zuzugehen. Der Mut, Neues auszuprobieren, sind dabei entscheidende Schritte, die besonders im Blick auf unseren Nachbarschaftsraum wichtig sind. Jede und jeder von Ihnen trägt mit seinem Engagement zum Gelingen unseres Nachbarschaftsraums bei.
Chancen eines Nachbarschaftsraums
Der Nachbarschaftsraum bietet die Möglichkeit, innovative Ideen auszuprobieren, gemeinsam Projekte umzusetzen und die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden zu stärken. Er ermöglicht eine effiziente Nutzung von Ressourcen wie Räumen und Personal, hält das Gemeindeleben aktiv und fördert die regionale Identität. Gleichzeitig können neue Angebote entstehen, Stärken gezielt genutzt und besondere Schwerpunkte entwickelt werden. Nachbarschaftsräume bieten eine zukunftsorientierte Möglichkeit, kirchliches Leben in Zeiten des Wandels zu gestalten.
Verkündigungsteam und GfA
Das sogenannte Verkündigungsteam ist Teil des Transformationsprozesses „EKHN 2030“. Es besteht aus den Pfarrpersonen und Gemeindepädagogen eines Nachbarschaftsraums, deren Aufgaben vor allem in Verkündigung, Seelsorge und Kasualien (Taufe, Konfirmation, Beerdigung) liegen. Gemeinsam betreut das Team die Gemeinden durch Gottesdienste und verschiedene Angebote. Die Pfarrstellen sind dabei künftig nicht mehr an einzelne Gemeinden, sondern an den gesamten Nachbarschaftsraum gebunden, sodass Aufgaben individuell und stärkenorientiert verteilt werden können. Parallel dazu entsteht der Geschäftsführende Ausschuss (GfA) als Leitungsgremium des Nachbarschaftsraums. In ihn werden künftig Vertreter und Vertreterinnen aus den Gemeinden sowie aus dem Verkündigungsteam entsendet. Der GfA bildet Ausschüsse und entscheidet über Angelegenheiten des Nachbarschaftsraums. Im Zuge dieser Veränderungen wird es perspektivisch auch zu Gemeindezusammenschlüssen kommen.
Quellenangaben:
Originalbroschüre des NBR aus 2025
Karte: Open Street Map
Gruppenbild: Thomas Wettig
